Markus Proske: Wie er das Lachen zur Medizin macht

 

Während den meisten Menschen beim Thema Demenz das Lachen vergeht, nimmt Markus Proske es mit Humor. Der Demenzberater und Humortherapeut hat vor rund 20 Jahren seinen ganz eigenen Weg gefunden, die Pflege von Demenzkranken zu gestalten. Mit jeder Menge Humor möchte er mehr Freude in den Umgang mit Betroffenen bringen und allen Beteiligten helfen, neben den vielen traurigen vor allem die schönen Momente zu genießen. Heute zeigt er Angehörigen als Autor und Coach, wie das gehen kann.

 

„Humor ist viel mehr als Heiterkeit. Humor ist eine Haltung zum Leben und zum Sterben.“

 

Wer sich fragt, wie es sein kann, ein solch schmerzbehaftetes Thema wie Demenz ins Lächerliche zu ziehen, dem sei gesagt: Für Markus Proske ist Humor in der Pflege alles andere als eine Art, die schwierigen Seiten zu verdrängen. Viel mehr ist seine Beobachtung, dass Demenz-Erkrankte Humor tatsächlich lieben – und den humorvollen, ausgleichenden und wohlwollenden Umgang mit der Situation förmlich herbeisehnen. Wenn man dies erkennt, wird klar: Die humorvolle Begegnung ist äußerst wichtig und hilft.

 

„Diese Art, das Leben zu nehmen, ist von Gelassenheit statt von Verzweiflung geprägt.“

 

Mit jener Erkenntnis im Gepäck wendet sich Markus Proske direkt an die Menschen, die mehr darüber erfahren möchten. Denn wer mit diesem Thema in Berührung kommt – ob als begleitender Angehöriger, als pflegende oder als erkrankte Person – empfindet die Demenz als bedrückend und beängstigend. Umso wichtiger wird eine wohltuende Entlastung. Ein Weg, der eine Alternative bietet.

 

„Humor löst Glücksmomente aus. Humor schafft Vertrauen.“

 

Es geht auch darum, Menschen, die langsam ihre Fähigkeiten verlieren, das Gefühl zu geben, sie können nach wie vor Dinge eigenständig tun und bewegen. Selbstwirksamkeit ist enorm wichtig für innere Ausgeglichenheit. Ein humorvoll geführtes Gespräch mit Augenzwinkern, in dem man Demenz-Erkrankten Raum gibt und vollkommen wertungsfrei begegnet, ist ein beflügelndes Erlebnis und macht glücklich. Lachen ist dann, zumindest für den Moment, die beste Medizin.

 

Sinniert eine Dame: „Was kannst du machen, wenn das Hirn Löcher hat? Hauptsache, ich vergesse das Essen nicht.“

 

Proske selbst ist eine schillernde Persönlichkeit mit Charakter. Ein Inspirator, Animateur, Zuhörer und Gesprächspartner. Einer mit Herz. Einer, der den Schalk im Nacken trägt und gleichzeitig mit viel Feingefühl agiert. Früher noch als Metzger im Familienbetrieb tätig, hat er bald seine wahre Bestimmung gefunden und angefangen, in Altersheimen mit Menschen zu arbeiten. Seine Erfahrungen haben ihm gezeigt, wie wichtig das Thema Humor in der Pflege wirklich ist – und wie sehr es allen Beteiligten helfen kann. Den Beruf „Humortherapeut“ hat er selbst kreiert, damit er genau das ausführen kann, was er heute macht.

 

„Eine Dame erzählt mir, dass sie vier Kinder hat. ‚Zwei Buben und ein Mädchen habe ich‘. Ich schaue sie fragend an. Nach einiger Zeit sagt sie: ‚Das letzte ist in Aussicht!‘.

 

Proske hat seither viel bewegt und initiiert. Alles im Zeichen des Themas Humor und Demenzpflege. Sein interaktiver Demenz-Pfad mit über 20 Stationen macht es Menschen erfahrbar, wie sich Demenz-Erkrankte in ihrem Zustand fühlen. In seinem Buch " Der Demenz-Knigge" hat Proske außerdem Tipps und Regeln niedergeschrieben, wie der Umgang bekömmlicher werden kann. Des Weiteren bietet der Humortherapeut und Demenzberater Schulungen, individuelle Beratung und einen „Online-Reiseführer“ rundum das Thema an.

 

Mit meinem Rat möchte ich aktiv Hilfe bei Demenz leisten und zeigen, dass das Leben auch nach der Diagnose noch lebenswert ist – für die Betroffenen und ihre Angehörigen.“

 

In Zukunft wird Markus Proske außerdem als neuer Kooperationspartner von famPLUS unterwegs sein. Interessierte erwartet spannende und aufschlussreiche Webinare und Talkrunden zu verschiedenen Themen rundum Humor in der Demenzpflege. Wir freuen uns sehr, mit Markus Proske den Mann an der Seite zu haben, der diesen wertvollen Ansatz so einzigartig zu vermitteln mag – mit viel Humor, Leidenschaft und Freude für Betroffene.

von Jana Lorenz

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